Canyonlands National Park
Auch den Canyonlands Nationalpark kannten wir bereits von einer früheren Reise. Damals (2007) besuchten wir allerdings nur den „Island in the Sky“-Bereich. Diesmal steuerten wir „The Needles“ an. Und die Zeit hier wurde – inmitten einer herrlichen Reise – zu einem absoluten Höhepunkt!

Das Wandern hier begeisterte mich in einer Weise wie vielleicht noch nie. Die abwechslungsreiche Landschaft, die Einsamkeit und die geradezu spannenden Wege ließen mich total eintauchen in diese fantastische Gegend.

Eine Besonderheit des „Needles“-Distrikts ist zweifellos, dass er immerhin 50 Meilen von der US 191 entfernt ist. Die Anreise ist also schon mal etwas weiter. Am Ende wartet kein touristisches Zentrum, sondern lediglich ein Campingplatz. Und der war Anfang April sehr gut besucht – wir kamen am späten Vormittag an und konnten uns gerade noch einen der letzten drei freien Plätze sichern.


Nicht zuletzt führen nur wenige asphaltierte Straßen durch diesen Bereich des Nationalparks. Wer wirklich etwas sehen will, muss wandern. Und das taten wir auch! Die erste Tour führte vom Squaw Flat Campground in den Big Spring Canyon und hinüber zum Squaw Canyon.

Der Kontrast zwischen Felsen und Bäumen begeisterte uns hier ebenso wie die recht gemäßigten Höhen-Unterschiede. Es ging zwar mal etwas hinauf, dann aber auch gleich wieder hinab. Große Steigungen waren nicht zu gehen.

Das war unser Standplatz auf dem Squaw Flat Campground. Einmal mehr erlebten wir damit einen Nationalpark auf besonders intensive Weise. Denn hier zu Übernachten, das brachte uns die Natur nicht zuletzt am Lagerfeuer sehr nah.

Am nächsten Tag fuhren wir angesichts der kalten Temperaturen am Morgen zunächst die wenigen asphaltierten Strecken ab – doch gegen 10 Uhr starteten wir zur zweiten, richtig großen Wanderung...

Sie führte in den Chesler Park. Der Weg dorthin war erneut sehr abwechslungsreich, zeigte unterschiedlichste Gesteinsformationen...

...und mitunter gab es sogar einen Blick hindurch, wie hier in Richtung des „Island in the Sky“. Doch so ganz anders als von dort aus 2007 erlebten wir diesmal die Canyonlands. Wir fühlten uns nicht als Beobachter, wir waren mittendrin...

...und begeistert von den mächtigen Felsen, die in den unterschiedlichsten Farben erstrahlten...

...und vor allem der Tatsache, dass wir über weite Strecken dieser 8-Stunden-Wanderung für uns allein unterwegs waren.

Besonders eindrucksvoll war das Wandern zwischen den Felswänden. Die Zwischenräume sind natürlichen Ursprungs und nicht etwa künstlich entstanden.

Die Enge des „Joint Trail“ erinnerte nicht zu Unrecht an den Film „127 hours“. Die darin erzählte Geschichte eines jungen Amerikaners, der in eine Felsspalte gerutscht und sich dort eingeklemmt hatte, hat sich vor einigen Jahren tatsächlich unweit des Nationalparks ereignet. Er konnte sich damals nur befreien, in dem er sich selbst einen Arm abtrennte...

Seinen Namen verdankt der „Needles“-Distrikt den Felsnadeln, die besonders markant die Landschaft prägen. Nicht zuletzt die Rot- und Weiß-Töne des Gesteins verstärken den Effekt.

Das war natürlich ein Ort, an dem der Foto „heiß lief“.

Ständig gab es neue Aussichtspunkte. Es war wirklich begeisternd, wie sich die Eindrücke immer wieder veränderten. Ich kann mich nur wiederholen: So abwechslungsreich und geradezu spannend habe ich wohl noch nie eine Wanderung erlebt.

Die Fotos an dieser Stelle können diesen Eindruck wohl kaum wiedergeben.

Und Steinhäufen wie diesen waren während beider Wanderungen unser ständiger Begleiter. Denn Hinweisschilder gibt es nur an den wenigen Wegkreuzungen. Dazwischen gilt es, sich von Steinhaufen zu Steinhaufen zu orientieren. Das klappte prima und machte Spaß...