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Äquator
Was ich in Kenia
sehen und erleben wollte, das wusste ich sofort, als wir uns mit diesem Reiseziel
beschäftigten. Unseren Freund Shadrack und seine Frau, Tiere auf einer
Safari, den Indischen Ozean - und den Äquator. Immerhin gibt es nicht
so viele Möglichkeiten, auf dem Äquator zu stehen (manches Land,
das er durchquert, ist weniger friedlich oder schwerer zu erreichen). So
mieteten wir einen Bus samt Fahrer und fuhren von Nairobi aus nach Nanyuki.
Unmittelbar vor der Ortschaft signalisiert dieses Schild, dass der Äquator
erreicht ist.
Das war natürlich ein besonderer Moment und der Foto lief heiß...
Neben dem Bild sind zwei Eimer zu sehen. Mit ihnen demonstrieren Einheimische
(gegen ein Trinkgeld) gern, dass Wasser auf der nördlichen Halbkugel
im Uhrzeigersinn abläuft - und auf der südlichen Halbkugel gegen
den Uhrzeigersinn. Genau auf dem Äquator läuft das Wasser gerade
ab.
Nanyuki ist eine kenianische Kleinstadt, die wohl zu früherer Zeit davon
profitiert hat, dass hier viele ausländische Soldaten stationiert waren.
Wir kamen an unserem zweiten Tag in Kenia hierher und waren noch mitten im
"Kulturschock". Den Vorschlag, hier in einem Restaurant zu essen, lehnten
wir vorsichtshalber ab. Zu oft waren wir im Vorfeld vor dem Essen außerhalb
von Hotels gewarnt worden. Unser Fahrer hatte auch gleich einen Alternativ-Vorschlag.
Wir fuhren wenige Kilometer weiter an den Stadtrand und dort ins "Sportman's
Arms Hotel". Es dient vielen Touristen als "Basislager" für eine Besteigung
des nahen Mount Kenya. Hier passte alles: Das Essen war sehr gut und empfehlenswert!
Die Fahrt von Nairobi nach Nanyuki und zurück zeigte uns viel vom Leben
in Kenia. Straßenszenen wie diese waren nicht untypisch. Mit einem
selbst gezogenen Wagen bringen die Bauern ihre Waren auf einen Markt, der
nur aus einer staubigen Fläche besteht.
Und auch das sahen wir auf dieser Fahrt: Eine Kaffee-Plantage, wo uns unser
Freund Shadrack noch unreife Kaffeebohnen zeigte. Gleich mehrfach sahen wir,
wie reich Kenia ist. Doch die Gewinne fließen nicht an die Bevölkerung,
sondern meist zu internationalen Konzernen.
Zwei Tage später ging es, wieder in einem gemieteten Bus von Nairobi
aus, ins wenig (besser: gar nicht...) erschlossene Landesinnere. Hier hat
Shadrack, der in Kenia als Pastor arbeitet, eine christliche Gemeinde gegründet.
Und sie besuchten wir nach einer recht beschwerlichen Fahrt über die
meist ungeteerten Straßen.
Viel hatte uns Shadrack schon von seiner Arbeit berichtet. Hier nun mit ihm
zu stehen, war schon etwas Besonderes. Doch nicht nur für mich. Auch
die Bevölkerung strömte herbei...
Vor dem Wellblech-Gotteshaus versammelten sich schnell mehr als ein Dutzend
Menschen. Das Leben hier draußen ist anders: Die Arbeit kann auch mal
warten, wenn (seltene) Gäste kommen. Immerhin versicherte mir Shadrack,
dass wir definitiv die ersten Weißen seien, die in dieses kleine Dorf
kamen.
Und schließlich ging es noch ein paar Kilometer weiter zum Haus des
örtlichen Pastors. Um sauberes Wasser zu bekommen, ist ein 3-Stunden-Marsch
erforderlich und Strom gibt es (natürlich) auch nicht. Hier leben die
Menschen vom wenigen, was die Natur ihnen schenkt. Und sie wirkten auf mich
alles andere als unzufrieden. Im Gegenteil: Die Ruhe hier draußen war
beeindruckend. Nicht nur die fehlenden Geräusche waren das - auch jene
Ruhe, die die Menschen ausstrahlten.
Und hier draußen entstand auch dieses Foto vor einem "klassischen"
kenianischen Haus, das inzwischen als Küche dient und nicht mehr bewohnt
wird.
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