Nullarbor Plain
Langes Nichts erwartete uns bei der Durchquerung der Nullarbor Ebene. Der Name stammt aus dem Lateinischen („nulla arbor“ = kein Baum). 1200 Kilometer lang ist die Strecke, an der es zwar einige Roadhouses gibt, aber keine größeren Ortschaften oder Abzweigungen. Die Fahrt durch die Nullarbor Plain stellt die einzige Ost-West-Verbindung im südlichen Australien dar.

Mich faszinieren solche Wüsten – und so genoss ich die dreitägige Fahrt. Allerdings ahnte ich noch nicht, dass es im Westen Australiens weitere sehr menschenleere Gegenden geben würde...

Mit Blick auf die Benzinpreise war die Fahrt durch die Nullarbor der teuerste Teil unserer Reise. Knapp 2 Dollar kostete hier der Liter Diesel. Ansonsten schwankte der Preis zwischen 1,30 (im Raum Sydney) und 1,60 Dollar (im ländlichen Western Australia) .
Die meiste Zeit führt der Eyre Highway, der die Nullarbor Ebene durchquert, wenige Kilometer von der Küste entfernt durchs Binnenland. Aus Richtung Osten kommend gibt es aber vor der Grenze zu Westaustralien einige kurze Stichstraßen zur Küste. Die Bunda Cliffs in diesem Gebiet sind beeindruckend und zwischen Juni und Oktober auch ein optimaler Aussichtspunkt zur Wal-Beobachtung. Wale sahen wir im Februar zwar nicht, aber die Klippen und die Aussicht auf die Große Australische Bucht haben uns dennoch fasziniert. Etwas ausgebaut ist der Aussichtspunkt „Head of Bight“ mit kurzen Wanderwegen. Ob sich der Abstecher lohnt, konnten wir nicht mehr feststellen: Wir waren wenige Minuten zu spät dran, er wurde am späten Nachmittag geschlossen.

Ein besonderer geografischer Punkt ist die Grenze zwischen Süd- und Westaustralien zwar nicht. Die Australier haben dennoch einmal markiert, wie weit es von hier aus zu Metropolen der Welt ist. An der Grenze erfolgt eine sehr umfangreiche Kontrolle. Die Einfuhr von frischen Lebensmitteln, insbesondere Gemüse, ist untersagt. Nach knapp einer halben Stunde war dies aber erledigt und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen.

Schon kurz nach der Grenze zu Westaustralien folgt mit Eucla die größte Siedlung entlang des Eyre Highway. Viel mehr als ein Hotel und eine Tankstelle gibt es aber auch hier nicht. Eine alte Telegrafenstation etwas weiter in Richtung Küste ist inzwischen schon wieder von Sanddünen überzogen.

Die längste gerade Strecke Australiens folgt im weiteren Verlauf. Ohne jede Kurve geht es hier 145,6 Kilometer lang gerade aus.

Nach und nach veränderte sich die Landschaft. Je weiter wir nach Westen kamen, umso mehr Bäume gab es wieder.

Das Übernachten entlang des Eyre Highway war kein Problem. Immer wieder gab es Park-Möglichkeiten. Geradezu Campingplatz-Charakter hatten dabei die Rest-Areas am westlichen Ende der Strecke. Sie sind mit einem „24“ gekennzeichnet, was verdeutlicht, dass hier 24 Stunden kostenlos geparkt werden darf. Wir verbrachten hier eine Nacht auf der „Fraser Range Rest Area“.

Direkt neben dem großen Parkplatz befindet sich dort ein ausgetrockneter See. Das vermittelte Outback-Feeling pur.