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    Saddleback Church
Saddleback Church
"Kirche mit Vision" - viele in unserer Gemeinde (der Freien evangelischen Gemeinde in Lindenberg) haben dieses Buch von Rick Warren, dem Pastor der Saddleback Church, in den letzten zwei Jahren gelesen. Da sie nur eine knappe Fahrstunde von Oceanside entfernt, in Lake Forest, ihren Sitz hat, besuchten wir dort einen Gottesdienst.

Die Suche nach der Saddleback Church wird leichtgemacht. Von der Interstate 5 sind es rund vier Meilen immer geradeaus, dann ist sie nicht zu übersehen: Nicht etwa ein Haus oder ein größerer Saal erwartet uns. Die Dimensionen gleichen mehr denen eines Stadtteils. Entsprechend führen von der Hauptstraße gleich zwei Stichstraßen auf das riesige Gelände. Dort wurden wir auf die Parkplätze geleitet - ein erstes Zeichen für eine perfekte Organisation. Sie begegnete uns auch, als wir uns, vom Parkplatz kommend, der Versammlungshalle, dem "Worship Center", näherten. Das Begrüßungsteam ist präsent und hilft uns sofort, als wir nachfragen, ob und wo für Kinder ein eigener Gottesdienst stattfindet. So realisieren wir zwar, dass um uns herum viele Menschen sind, verlieren aber dank dieser Hilfe nicht den Überblick. Die Sonntagsschule, hier "Children's Ministries" genannt, findet in einem Nebengebäude statt. Wir trafen auf einen Mitarbeiter, der in den geringen Englisch-Kenntnissen unserer Kinder kein Problem sah. Er war gerade einige Wochen in Deutschland und hatte einige Worte Deutsch gelernt. Das beruhigte.

Julia und Jan blieben dort, Andrea und ich gingen ins "Worship Center". Das hatte sich gerade geleert, nachdem der erste Gottesdienst an diesem Morgen schon zu Ende war. Insgesamt fünf inhaltlich identische Gottesdienste finden in Saddleback an jedem Wochenende statt - zwei am Samstagabend, drei am Sonntagmorgen. Später beim Verlassen der Halle, registrierte ich das Schild, das ausweist, dass die Kapazität der Halle 3800 Menschen beträgt. Sie war an diesem Morgen bis auf den letzten Platz besetzt.
Es dauerte nur zehn Minuten, da waren die meisten Plätze im Saal schon wieder gefüllt. Wir nutzen sie, um uns ein wenig umzuschauen. Natürlich fiel mir die Technik ins Auge. Das Technikpult ist rund zwei Meter breit, daneben standen zwei Kameras. Über sie und weitere mobile Kameras wird der Gottesdienst auf insgesamt fünf Leinwände übertragen. So bekommt auch jener Besucher Details zu sehen, der in den hinteren Reihen einen Platz gefunden hat. Das Musikteam hier nennt sich, wie wir dem Wochenplan entnehmen, der uns mit vielen anderen Informationen schon am Eingang in die Hand gedrückt wurde, "Orchestra". Nicht zu unrecht! Drei Lieder wurden gemeinsam gesungen, eines war uns auch aus Lindenberg bekannt: "Shout to the Lord" ("Mein Jesus - mein Retter"). 3800 Menschen sangen dieses Lied - ein tolles Erlebnis!
Eine Solistin sang ein weiteres Lied, dann trat ein Mann im Hawaii-Hemd ins Scheinwerferlicht: Rick Warren. Seine Predigt zu Römer 7,15 ("Wir tun nämlich nicht, was wir eigentlich wollen, sondern das, was wir verabscheuen") dauerte rund 45 Minuten und wurde von einem persönlichen Zeugnis eines Gemeindegliedes und von zwei kurzen Filmeinspielungen unterbrochen.

Noch im Gottesdienst wurde auf die Info-Stände vor der Halle hingewiesen. Hier präsentieren sich die Kleingruppen der Saddleback Church, vom Männerkreis bis zur Sportgruppe. So bietet sich Interessenten sehr konkret die Möglichkeit, erste Kontakte zu knüpfen.

Beim abschließenden Gang über das Gemeinde-Gelände wurden wir auf das Taufbecken aufmerksam. Es ist neben dem "Worship Center" und doch etwas am Rande platziert. Etwa 20 Männer und Frauen mit Namensschildern saßen dort. Sie wurden an diesem Tag getauft. Wie eine "Massenabfertigung" wirkte dies dennoch nicht auf uns. Im Gegenteil: Obgleich im Saal nebenan gerade der dritte Gottesdienst an diesem Morgen began, sind alle, die um das große Taufbecken stehen, "bei der Sache". Und das Leuchten in den Augen der Getauften wie der Umstehenden hat uns mindestens so sehr beeindruckt wie der gesamte Vormittag bei der Saddleback Church!