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Bodie
Hat Kalifornien
so etwas wie Geschichte? Ja! Und diesmal haben wir an einigen Stellen etwas
davon gesehen. So auch in Bodie, einer "Geisterstadt" östlich der
Sierra Nevada. Nur ungefähr fünf Prozent der Gebäude, die
die Stadt in ihrer Blütezeit um 1880 besaß, sind heute noch
vorhanden. Dafür steht die Stadt Bodie heute genauso wie Zeit, Feuerkatastrophen
und Naturgewalten sie zurückgelassen haben: eine echte kalifornische
Goldgräber-Geisterstadt. 1962 wurde Bodie zum "State Historic Park"
erklärt, was verhinderte, dass Bodie wie andere Geisterstädte
kommerzialisiert wurde.
Hier gibt es nichts
außer den Häusern im Originalzustand, einem winzigen Museum,
in dem außer Postkarten nichts verkauft wird, und Toiletten. Also
wahrlich kein typischer "Park". Umso schneller lässt sich eintauchen
in die Vorstellung, wie Bodie vor 100 Jahren ausgesehen haben mag. Ein
ausführlicher Führer hilft dabei. Den gibt es auch in deutscher
Sprache und er enthält vielen Erläuterungen zu den Gebäuden,
erzählt Geschichten und Geschichte. So, dass Bodie 1879 rund 10000
Einwohner hatte und als Sündenpflaster und Lasterstadt gleichermaßen
galt.
I
Das lässt sich
angesichts herumliegender Autowracks aus den 1920er Jahren nur noch erahnen.
Wie einsam das Leben hier gewesen sein muss, wird aber auf der Fahrt schnell
klar. Nördlich von Lee Vining muss nach Osten vom Highway 395 abgebogen
werden. 12 Meilen geht es in Richtung Bodie, dann stehen noch 3 harte Meilen
Schotterpiste an, bis der State Historic Park beginnt. Seinerzeit lockte
das Gold in die einsame Gegend
Heute bleibt der
Blick durch's Fenster in ein Schulhaus, in dem die Europakarte vom letzten
Unterricht noch hängt. Und in manchem Wohnhaus steht sogar das Geschirr
noch auf dem Tisch. Für die Bewohner war die Devise wohl irgendwann
"nur weg von hier". Wir wollen die Stunden in Bodie nicht missen - waren
sie doch nicht nur für unsere Kinder "Geschichte live".
Die harte Anfahrt
bleibt Ihnen übrigens erspart, wenn Sie im Winter oder Frühling
nach Bodie wollen. Dann geht hier, deutlich über 2000 Meter über
dem Meeresspiegel, nämlich angesichts von Schnee meist gar nichts.
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