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Yosemite
National Park
Der Yosemite National
Park stand ganz oben auf unserer Wunschliste, welche Ziele wir bei unserer
dritten Reise nach Kalifornien unbedingt ansteuern wollten. Schließlich
gilt er als einer der "schönsten Flecken der Erde". Aus der Vielzahl
der Informationen aber die richtigen Schwerpunkte für unsere drei
Tage hier herauszufinden, war gar nicht so einfach. Zurückliegend
habe ich den Eindruck, dass wir uns die richtigen "Highlights" herausgesucht
haben, denn jede Wanderung, jede Stunde hier wurde zu einem besonderen
Erlebnis. Gekommen sind wir in den Yosemite National Park nicht, wie meist
üblich, aus Richtung Westen (San Francisco/Sacramento), sondern von
Osten über den Tioga Pass. Das passte gut in unsere Gesamtroute, machte
uns aber davon abhängig, dass der Pass auch geöffnet ist. Viele
Monate im Jahr ist er verschneit, schließlich liegt die Passhöhe
auf über 3000 Metern! Uns hätten beinahe Waldbrände und
ein Felssturz behindert. Angesichts der Tatsache, dass der Tioga Pass die
einzige Möglichkeit darstellt, in diesem Bereich die Sierra Nevada
zu überqueren, hätte das riesige Umwege bedeutet. Letztlich hat
es doch geklappt und wir konnten den Pass sowohl für die An- wie für
die Abfahrt benutzen.
Das Zentrum des
Yosemite National Park ist das Yosemite Valley. Hier konzentrieren sich
viele spektakuläre Naturschönheiten. Das Tor zum Valley bildet
dabei der riesige Felsklotz des "El Capitan" (Foto oben). Durch das Tal
schlängelt sich der Merced River. Um einen besonderen Blick ins Tal
zu haben, wanderten wir zum Taft Point und zum Sentinel Dome. Der Wanderweg
beginnt an der Glacier Point Road. Gute zwei Meilen vor dem Glacier Point,
der einer der meistbesuchten Aussuchtspunkte ist, befindet sich der Taft-Point-Parkplatz.
Von ihm aus sind wir zunächst zum Taft Point gewandert. Dorthin führt,
meist durch Wald, ein schöner, leichter Wanderweg. Am Ende steht eine
totale Überraschung: Der urplötzliche Blick über 1000 Meter
tief ins Yosemite Valley. Da waren wir wirklich sprachlos. Und das, obgleich
die Yosemite Falls daneben im Sommer praktisch trocken waren. Wie muss
diese Szenerie erst im Frühjahr wirken, wenn die Schneeschmelze auch
alle Wasserfälle "aufgefüllt" hat?
I
Nur ein kurzer Stück
ging es auf dem gleichen Wanderweg zurück, dann zweigten wir in Richtung
Sentinel Dome ab. Dieser Wanderweg ist relativ schlecht ausgeschildert
(für amerikanische Verhältnisse), durchaus etwas anspruchsvoller,
gewährt aber immer wieder tolle Blicke auf das Yosemite Valley, da
er an dessen Rand verläuft. Zudem waren wir hier völlig allein
- und das inmitten des Yosemite National Parks im Sommer (er hat den Ruf,
zu dieser Jahreszeit durch die vielen Besucher "zu Tode geliebt" zu werden)!
Zudem wurden wir hier auch auf besondere Weise belohnt: Plötzlich
entdeckten wir, nur wenige Meter neben uns, einen Bären. Es blieb
die einzige Begegnung mit dieser Tierart - und da sich der Bär nicht
weiter für uns interessierte, ist die Erinnerung besonders positiv.
Auf dem Sentinel
Dome waren wir nicht ganz allein (hier kommen viele Wanderer auch auf kurzem
Weg vom Taft-Point-Parkplatz her), konnten aber ähnliche Ausblicke
genießen wie vom total überlaufenen Glacier Point. Vornan natürlich
der Half Dome, der das östliche Ende des Yosemite Valley markiert
(Foto oben).
Auf dem Gipfel des
Sentinel Dome steht die Jeffrey-Kiefer - ein ganz eigentümlicher Eindruck.
Eine zweite Wanderung
führte uns durch das Yosemite Valley selbst. Es ist deutlich überlaufener
als die Wanderwege in den Höhen. Aber es war erstaunlich: Trotz der
Menschenmessen im Yosemite Village (mit seinem Supermarkt, Sportgeschäft,
Restaurants etc.) herrschte auch hier meist Ruhe. An einer Stelle am Merced
River trafen wir auf einige Mutige, die von der Brücke in den Fluss
sprangen. An anderer Stelle konnten wir Besucher bei ihren ersten Kletterversuchen
an den Felsen beobachten.
Schließlich
wanderten wir noch vom Parkplatz nahe Curry Village aus zum Vernal Fall
(Bild oben). Auch er ist im Sommer wohl weniger spektakulär als im
Frühjahr, beeindruckte uns aber sehr. Obgleich der Wanderweg dorthin
durchaus anspruchsvoll ist (wenn auch jederzeit gut gesichert). Die letzten
Meter geht es neben dem Wasserfall am Felsen hoch - doch oben wartete als
Belohnung der Emerald Pool, ein kleiner idyllischer See. Das Besondere
für uns: Da wir sehr früh aufgestanden und losgewandert waren,
hatten wir den Wanderweg und den Emerals Pool lange für uns. Eine
halbe Stunde saßen wir dort oben, ohne dass andere Wanderer vorbeikamen.
Auf dem Rückweg zum Parkplatz kamen uns ganze Busladungen von Wanderern
entgegen. Also: Frühaufsteher werden belohnt!
Das Foto oben zeigt
den "Tunnel View". Er befindet sich kurz vor einem Tunnel am Highway 41,
der Richtung Wawona und zur Mariposa Grove führt. Dort warten riesige
Mammutbäume auf Entdeckung.
Die Rückfahrt
über den Tioga Pass nutzten wir noch zu einer kurzen Wanderung im
Bereich von Tuolumne Meadows. Diese größte Almwiese der Sierra
Nevada ist zweifellos ein weiterer Glanzpunkt in diesem überwältigenden
Nationalpark. Die "Komposition" könnte nicht perfekter sein: Klare
Gebirgsbäche, Wälder und Wiesen sind hier von Berge umrahmt.
Und das, obgleich man sich bereits 2800 Meter über dem Meeresspiegel
befindet. Das Foto oben entstand übrigens unweit des Tuolumne Meadows
Visitor Centers. Wir sind einfach ein Stück von der Tioga-Pass-Straße
weggewandert und haben diese Szenerie auf uns wirken lassen. Dass wir auch
hier fast alleine waren - Sie haben es sicher schon vermutet.
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